Zur Kochschule

Der Weinkeller des Zauberlehrlings beherbergt
eine große Auswahl an edlen deutschen Rot-
und Weißweinen. Außerdem finden sich erlesene Bordeaux-und Rioja-Weine unter den Schätzen. Der Schwerpunkt des Weinsortiments liegt auf edelsüßen Weinen.

»Wo Reben sich ranken mit innigem Trieb so meine Gedanken habt alles hier lieb.«

Clemens von Brentano

Der Gast genießt seinen Wein je nach Wunsch in intimer oder geselliger Atmosphäre mit Blick auf die imposanten, gläsernen Chambraire.

 

 

 

Der Weinkeller kann außerdem für Weinproben, Feiern oder Veranstaltungen von
bis zu 20 Personen genutzt werden.

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Wein des Monats

WIR VERJAGEN DIE WINTERGEISTER

2011 Enkircher Ellergrub

Riesling Spätlese trocken

Weiser-Künstler, Traben-Trarbach, Mosel

0,75l – 36,00 €

 

In voller Hoffnung, jetzt den Winter endlich überstanden zu haben, sitze ich im Sonnenschein auf meiner Terrasse und sinniere darüber, welches Tröpfchen ich mir jetzt gönne. Da erinnere ich mir natürlich einen Riesling. Und jetzt wird’s kompliziert. Auf gar keinen Fall etwas zu frisches, leichte reife darf er beweisen, frei dem Motto »Rieslinge sind wie Männer, die werden erst interessant mit grauen Haaren«. Ein klitzekleines Bisschen dienende Restsüße auch gerne. Somit ist die Herkunft für mich klar, die Mittelmosel. Denn dort können Rieslinge genau nach meinem derzeitigen Gelüst gemacht werden. Nachdem wir neulich den Rioja besprachen, darf sich jetzt das zweite Weingut der Gruppe »der klitzekleine ring« (Steillagenretter im Auftrag des Rieslings – ein Zusammenschluss von neun Weingütern in und um Traben-Trarbach) in der Riege meiner kleinen Weinkolumne einfinden. Das Weingut Daniel Vollenweider, welches ich kürzlich vorstellte, ist auch mit von der Partie.

Konstantin Weiser und Alexandra Künstler bewirtschaften die Lage »Enkircher Ellergrub«. Eine Lage aus mittelgroßen Terrassen von blauem Devonschiefer (bereits zur Zeit des Jugendstils gestaltet), der schon fast schmeckbar wird. Bepflanzt mit teilweise über 100 Jahre alten, wurzelechten Reben, die Weine mit klarem, mineralischem Grundton hervorbringen.

Nun gut, aus dem Keller und der Flasche damit. Wow, das hatte ich anders in Erinnerung. Der Wein scheint noch komplexer als zur letzten Degustation im Herbst. So kraftvoll, gradlinig und extraktreich, dass ich schnell noch ein Schluck nehmen muss, damit ich das glaube. Eine Aromabombe von Schiefer, gelben Früchten, wie Anklänge von einem Stachelbeerkuchen mit Sahne und einem Kringelchen Zitrone und noch mehr Schiefer gepaart mit Cassis und leichten floralen Noten und noch keinem Anklang von Reife. Jung und Dynamisch wie seine Produzenten.

Ich lasse ihn ein bisserl atmen und wärmer werden, und siehe da – er entwickelt sich hervorragend. Ab circa 14° Celsius fängt er gar an, am Gaumen zu tanzen. Die prägnante Schieferaromatik strahlt eine eiserne Eleganz aus. Dazu gesellen sich jetzt grüner Apfel und ein Pfirsch-Mangosalat. Genial. Und dann diese typische moselaner Säure, hmmm…

Am Flaschenhals ragt eine Eule, die ja, wie wir wissen, für Weisheit und Kraft steht.

Das passt. Weiser Weiser, wie er es schaffte einen solchen Kraftprotz an Wein zu kreieren.

 

Wissenswertes:

Das Glas der moselaner Weißweinflaschen ist im Übrigen meist grünblau, was den riesengroßen Vorteil des UV-Schutzes hat, sollte man sträflicher Weise mal eine Flasche in der Fensterbank vergessen.

 

Bis 2006 hieß das Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer (§ 3 Abs. 1 Nr. 6, Weingesetz), zur »Vereinfachung« der Weinetiketten für den Endverbraucher jetzt nur noch Mosel.

 

91 % der Rebfläche sind weiß bestockt, 60,5 % der gesamten moselaner Fläche ist Riesling.

 

Der Ort Enkirch wird wegen der zahlreichen Bauten (15.-18. Jh.) auch »Schatzkammer rheinischen Fachwerkbaues« genann.

 

Prost

Euer Steven