Zur Kochschule

Der Weinkeller des Zauberlehrlings beherbergt
eine große Auswahl an edlen deutschen Rot-
und Weißweinen. Außerdem finden sich erlesene Bordeaux-und Rioja-Weine unter den Schätzen. Der Schwerpunkt des Weinsortiments liegt auf edelsüßen Weinen.

»Wo Reben sich ranken mit innigem Trieb so meine Gedanken habt alles hier lieb.«

Clemens von Brentano

Der Gast genießt seinen Wein je nach Wunsch in intimer oder geselliger Atmosphäre mit Blick auf die imposanten, gläsernen Chambraire.

 

 

 

Der Weinkeller kann außerdem für Weinproben, Feiern oder Veranstaltungen von
bis zu 20 Personen genutzt werden.

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Wein des Monats

ÜBER PSEUDOGENUSS, -LUXUS UND HEDONISMUS

SEKTHAUS RAUMLAND
Flörsheim-Dalsheim, Rheinhessen

 

Cuvée Katharina 0,1l | 7,50 €
2007 »VII. TRIUMVIRAT« 0,75l | 59,00 €
2004er »MonRose« 0,75l | 150,00 €

 

Bald haben wir es geschafft. Schon in Kürze führen wie von Zauberhand geleitet, unsere Schreibkunstgeräte, die schön verpackt unter dem Christbaum lagen, die Federn übers Pergament und skizzieren eine 14 – anstatt 15 nach der vorstehenden 20. Doch bis es soweit ist, stehen noch die Feiertage und der Jahreswechsel bevor.

 

Bei jenen »Events« tritt allerseits das wehmütige Verlangen nach einem Glas Schaumwein ein. Doch was darf es denn sein, Champagner, Prosecco, Cava oder ein Winzer- bzw. Markensekt? Hier trennen sich die Meinungen. Für den Einen ist der »Prickler« aus der Gegend um die Stadt Reims ein Must-have, für den Anderen ist der Prosecco ausreichend. So subjektiv jenes Geschmacksverhalten auch ist, kann ich ja durchaus ein paar klärende Erläuterungen schmettern.

 

Champagner ist lediglich ein Schaumwein aus drei Rebsorten (Pinot Noir | Pinot Meunier | Chardonnay), der eine zweite Gärung durchläuft, aus der Champagne, also der Gegend rechts von Paris, durch die die Marne fließt. Alle gängigen Marken, welche uns zurzeit (teurer als sonst) angeboten werden, sind gespickt mit einem geschätzten Marketingkostenanteil von 80%! Wer das NICHT einsehen möchte, hat dennoch die Möglichkeit zum Anstoßen. Um es zu verkürzen, schneide ich das Prosecco- und Cavathema nicht an. Die Lösung liegt im »SEKT«. Jenes Wort, welches laut Überlieferungen, im November 1928 im Berliner Restaurant »Lutter & Wegner« am Gendarmenmarkt, durch den Berliner Schauspieler Ludwig Devrient geprägt worden sein.

 

Es gilt vorerst zu Unterscheiden: Markensekt oder Winzersekt. Der Markensekt (Duprés | Rotkäppchen | MM | Faber…) ist eine Massenproduktion (was nichts über die Qualität aussagt), die oft Müller-Thurgau, Elbling und Riesling als Grundlage hat. Die Grundweine werden, Reinsortig oder als Cuvée, vom Produzenten eingekauft, um dann »versektet« zu werden, welches meistens (90%) durch die sog. Tankgärung geschieht. Die Grundweine werden in Großtanks gegeben. Hefe dazu und für min. 30 Tage durch ein großes Rührwerk in Wallung bringen. Gesetzlich muss jetzt für Qualitätsschaumwein eine 5 Monatige Reifung im Tank erfolgen, bevor das Produkt unter Gegendruck durch Filter gepumpt und abgefüllt wird.

 

Der Unterschied zum Winzersekt ist enorm. Das Produkt kommt aus EINEM Weingut und wird dort (wenn möglich) auch versektet. Dieser Vorgang, selbst wenn die pure Bezeichnung SEKT keinen Unterschied zulässt, ist die sog. Traditionelle Flaschengärung (aka »Méthode champenoise« bevor die Herrschaften aus Frankreich sich 1994 die Champagne und alles was damit zu tun hat, für sich beschlagnahmten). Winzer, die Sekt produzieren, legen sehr viel Liebe in Ihr Produkt. Nicht minder als in den Gutswein, die einfachste Qualität des Gutes, das AUSHÄNGESCHILD. So ist es nicht verwunderlich, dass man mit Winzersekten mehr Spaß haben kann als mit überteuerten »Schampen.« Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

 

Einer meiner Lieblinge ist das Sekthaus »RAUMLAND« in Rheinhessen. Heide-Rose & Volker Raumland stellen zwar keinen Stillwein her, sind aber im Besitz von Rebfläche, welche mit den Champagnerrebsorten Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay bestockt ist, dem sog. »TRIUMVIRAT«, woraus die Grundweine produziert werden. Überhaupt ist das Gut sehr frankophil. Rebsorten, Fässer, Maschinen, Flaschen… alles aus der Champagne. Spätestens jetzt sehe ich Sie förmlich aufhören. Ach, also doch Schampus. FAST. Aber meist besser. Die Cuvée »KATHARINA«, welches überwiegend aus Spätburgunder und Pinot Meunier Trauben weiß gekeltert wird, ist hervorragend geeignet für den offenen Genuss – sollte man keine ganze Flasche schaffen. Sie präsentiert sich kräftig strukturiert, harmonisch mit feinen Aromen von Biskuit, Orangen, Feigen und Walnuss, einem weinig-dichtem Körper und samtiger Länge. Herrlich, zu jeder Situation passend. Wenn es dann eine Flasche sein darf, empfehle ich das 2007er »VII. TRIUMVIRAT«. Das Bündnis der drei Herrscher. Eine traumhafte Brioche-Note, gepaart mit eleganter Zitrus und tollem Spiel zwischen Frucht und hefigen Aromen, bei aller Präsenz leicht und zart mit sensiblem Finale. Großartig.

 

Und für den größeren Geldbeutel hätt' ich auch noch die »Dompi«-Variante: 2004er »MonRose«.

 

Ein Sekt aus einer anderen Liga, dicht, animierend, opulent und doch filigran. (GaultMillau 2014) – dem ist nichts hinzuzufügen.

 

Frohes Fest und guten Rutsch!
Lassen Sie es sich munden

Ihr Steven W. Kelly