Zur Kochschule

Der Weinkeller des Zauberlehrlings beherbergt
eine große Auswahl an edlen deutschen Rot-
und Weißweinen. Außerdem finden sich erlesene Bordeaux-und Rioja-Weine unter den Schätzen. Der Schwerpunkt des Weinsortiments liegt auf edelsüßen Weinen.

»Wo Reben sich ranken mit innigem Trieb so meine Gedanken habt alles hier lieb.«

Clemens von Brentano

Der Gast genießt seinen Wein je nach Wunsch in intimer oder geselliger Atmosphäre mit Blick auf die imposanten, gläsernen Chambraire.

 

 

 

Der Weinkeller kann außerdem für Weinproben, Feiern oder Veranstaltungen von
bis zu 20 Personen genutzt werden.

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Wein des Monats

ÜBER EINE KUSCHELDECKE FÜR DEN GAUMEN

2011 Spätburgunder Gutswein Weingut Knipser Johannishof, Laumershof, Pfalz
30,00 € | 0,75l

 

Zum Anfang der kühleren Herbsttage kann man sich jetzt endlich dem Rotwein widmen. Neben den zahlreichen Rotweinrebsorten, die in Deutschland und der ganzen Welt angebaut werden (sog. Internationale Rebsorten: Cabernet Sauvignion, Merlot, Syrah...), gibt es für mich DIE »vitis vinifera«, Blauer Spätburgunder aka Pinot Noir aka Pinot Nero aka Blauburgunder.

 

Leider rümpfen jetzt schon zu viele die Nase und ich höre schon Aussagen, wie »bäh, der ist zu hell, deutsche Rotweine taugen nichts, ich trinke nur Übersee...«. Ich bin mir dessen bewusst, dass der Burgunder der Bordeaux des alten Mannes ist. Soll heißen: In den Zeiten in denen die Vorliebe für kräftige und leicht zu verstehende Rotweine vorherrscht, reifen die komplexen, weichen, samtigen »Kaminweine«. Wenn man vom Bordeaux-Marketing, welches für das horrend hohe Preisniveau verantwortlich ist, absieht waren die Weine aus der Bourgogne schon immer die  teureren und hochqualitativeren (Bsp.: 2008 Romanée-Conti, Fl. 0,75l für 23.000 € bei Galerie Lafayette).

 

Der Spätherbst eignet sich hervorragend, Sie JETZT an den Spätburgunder zu führen. Und das mit einem Wein eines Weingutes welches, zurzeit in aller Munde ist. Ziemlich jeder Weinguide, -kritiker und Co. reißen sich um die Pinots von Volker, Werner und Stephan Knipser. Total taff und liebenswert gehen sie mit ihren Produkten um.

 

Die Pfalz ist wie ein Stück Mittelmeer, welches der Herrgott in Deutschland vergaß. Mandeln, Feigen, Kiwis und Zitrusfrüchte gedeihen hier genauso wie Palmen, Oliven und Agaven. Kalkstein-, Sand- und Kiesböden puffern die Säure und vertiefen eine intensive Mineralität, die sich perfekt mit der Aromenvielfalt des Pinots verbinden. Ich erinnere Ihnen den zarten Duft von feuchtem Herbstwaldlaub, welches man beim Spaziergehen als Kind aufwühlte, rote Beeren, Kirschen, Vanille, Kinderschokolade, Lakritz und den zart übersüßten Duft eines Weihnachtsmarktes, Zigarrenrauch und Espressopulver gehören ebenso zu der klassischen Begleitaromatik.

 

Wer jetzt Lust hat, kann auch gleich den Schritt gehen, die Trinktemperatur zu senken. Ich empfehle Rotweine ab +15°C zu servieren. Das macht den Wein geschmeidiger und besser zu trinken. Der Alkoholgehalt steigt nicht in die Nase und die Gerbstoffe und Tannine bleiben nicht wie eine Hostie am Gaumen kleben.

 

Jener Tropfen passt super zu unserer nicht wegzudenkenden Rinderroulade, welche seit nunmehr drei Jahren auf der Speisenkarte positioniert ist. Man bedenke jedoch, dass, so subjektiv es auch ist, die Kombination von Rotwein und Käse nicht funktioniert. Laktate verbinden sich mit Tanninen und Gerbstoffen. Das Resultat jener chemischen Reaktion hat das Mundgefühl zur Folge, als ob man ein Stück Aluminiumfolie zwischen den Zähnen aus dem Mund zieht. Für den Fall haben wir aber die wohl Nordeutschlands größte Sammlung von Edelsüßem zur Hand (also im Keller).

 

Lassen Sie es sich munden

Ihr Steven W. Kelly